Bei der medizinischen Untersuchung nach der Fahrerlaubnis-Verordnung wird seit 15. Juni 2007 nun auch auf „Schlafstörung mit Tagesschläfrigkeit“ sowie auf Erkrankungen mit erhöhter Tagesschläfrigkeit hin untersucht. Schlafstörungen und damit einhergehenden Müdigkeits-Symptomen wird damit eine wesentlich größere Bedeutung zugemessen. Betroffen sind Bus- und Lkw-Fahrer, die eine neue Fahrerlaubnis beantragen oder ihre Fahrerlaubnis verlängern wollen. Die bis zum 15. Juni 2007 ausgestellten Bescheinigungen über die ärztlichen oder augenärztlichen Untersuchungen nach den alten Mustern bleiben noch bis Juni 2009 gültig.
Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin leiden mehr als zehn Prozent der deutschen Bevölkerung unter behandlungsbedürftigen Schlaf-Wach-Störungen. Außerdem ist bekannt, dass Schichtarbeit, die bei Lkw-, Bus- und Taxifahrern verbreitet sei, zu Schlafstörungen führen könne; weitere Risikofaktoren sind ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus und Übergewicht. Fast ein Drittel aller Unfälle steht direkt oder indirekt im Zusammenhang mit Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit. Untersuchungen haben ergeben, dass zwischen 2 Uhr und 6 Uhr in der Nacht das Unfallrisiko für Müdigkeitsunfälle sechsmal so hoch ist wie am Tage.
Fahrer dürfen nur ausgeschlafen und erholt zur Schicht kommen, und bei den ersten Anzeichen von Müdigkeit müssen sie rechtzeitig und richtig Pause machen!!
Alarmsignale für Müdigkeit sind:
Erste Phase: Gähnen, Gedanken schweifen ab, Abruptes Bremsen
Zweite Phase: Frösteln, Kältegefühl, trockener Mund, starker Durst, Augenbrennen
Dritte Phase: Verschwommene Bilder, Rausch-Symptome, Tunnelblick, Wahrnehmungsprobleme
Vierte Phase: Schwierigkeiten beim Spurhalten, aggressives Fahren, Sekundenschlaf
Fahrassistenzsysteme wie ein Einschlafwarner helfen, die Gefahr des Einschlafens am LKW-Steuer weiter zu reduzieren. Die Fahrer sind anzuweisen, bei nächster Gelegenheit eine Erholungspause einzulegen, wenn sie durch einen lauten, unangenehmen Signalton eines Warnsystems auf die drohenden Gefahren von Unachtsamkeit oder Sekundenschlaf aufmerksam gemacht werden.
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